WILHELM SCHNARRENBERGER 1892-1966


BIOGRAPHIE
 

1892
Wilhelm Theodor Schnarrenberger wird am 30. Juni 1892 in Buchen (Odenwald) geboren. Die Eltern: Professor Wilhelm Schnarrenberger, Vorstand der Höheren Bürgerschule in Buchen, und seine Ehefrau Helene, geb. Bleicher.

1895
Im Herbst Umzug nach Bruchsal,

1905
Übersiedlung nach Freiburg i. Br., wo der Vater als Professor am Berthold-Gymnasium unterrichtet. Während der Schulzeit des jungen Wilhelm Schnarrenberger am Freiburger Berthold-Gymnasium entstehen die ersten Zeichnungen (1903), Aquarelle (1907/08) und Ölbilder (1910).

1911
Abitur am Berthold-Gymnasium in Freiburg i. Br. Im Wintersemester 1911/12 Beginn des Studiums an der Königl. Kunstgewerbeschule in München (Musterzeichnen bei den Professoren Spieß und Wirnher).

1912
Ab Wintersemester 1912/13 (bis WS 1913/14) zusätzliches Studium der Architektur an der Ludwig Maximilian-Universität München.

1913
Schüler von Fritz Hellmut Ehmcke (Gründungsmitglied des Dt. Werkbunds) an der Königl. Kunstgewerbeschule in München. Erste Teilnahme als Gebrauchsgraphiker an Gestaltungswettbewerben für Zeitschriftenumschläge, Plakate, Zeitungsannoncen, Verpackungen, Modezeichnungen, Geschäftskarten, Vermählungsanzeigen, Exlibris, Spielkarten, Theaterprogramme etc.

1914
Beginn der Freundschaft mit dem Mitschüler Karl Rössing. Erste freie Arbeiten entstehen: Lithographie-Zyklus 'Kriegsausbruch'.

1915
Preisträger des 'Vereins der Plakatfreunde e.V.'; sein Umschlagentwurf wird in der Zeitschrift 'Das Plakat' (1916), Heft 5/6, Sept./Nov.) gedruckt, begleitet von einer ersten öffentlichen Würdigung seiner bisherigen gebrauchsgraphischen Arbeiten.

1916
Erste Einzelausstellung in der Galerie ‘Neue Kunst' bei Hans Goltz in München. Im August Einberufung zum Militärdienst; zunächst (bis Frühjahr 1917) bei der Postüberwachung in Konstanz stationiert.

1917
Ab Frühjahr Ausbildung bei der Feldartillerie in Freiburg i. Br. Ab Sommer (bis Sommer 1918) Artilleriebeobachter in Lothringen.

1918
Von Sommer bis zum Kriegsende im November Frontkämpfer in den Vogesen.

1919
Rückkehr nach München; von Februar bis Ende März an der Königl. Kunstgewerbeschule in München. Ab April (bis Ende November 1920) freischaffender Künstler und Gebrauchsgraphiker in München: Erste Buchillustrationen für die Münchner Verlage ‘Die Wende' und den Georg Müller Verlag entstehen. Mitarbeit bei den Zeitschriften ‘Simplicissimus' (nur 1919), ‘Wieland' (1919 und 1920), ‘Der Ararat' (nur 1919) und ‘Der Weg' (nur 1919). Erste Teilnahme bei Ausstellungen der ‘Münchener Neuen Secession' im Münchner Glaspalast (bis 1925). Gewinnt den 2. Preis (unter 800 Einsendern) in einem Wettbewerb ‘Gute Zigarren-Packungen' (Ausstellung in der Städt. Kunsthalle Mannheim 1920).

1920
Seine Erfolge als Gebrauchsgraphiker führen im November zu seiner Berufung als Lehrer für Gebrauchsgraphik an die Badische Landeskunstschule in Karlsruhe. Die Galerie ‘Neue Kunst', Hans Goltz, München, veröffentlicht die erste Graphikmappe ‘Figuren' mit 7 Holzschnitten. Erste öffentliche Würdigung als freier Graphiker in der Zeitschrift ‘Der Cicerone'. Verlobung in München.

1921
Am B. Februar Eheschließung mit Elfriede Strauss, geh. Lossen in Karlsruhe. Im August Ernennung zum Professor. Im Dezember Umzug nach Karlsruhe; Atelier: Westendstr. 81; Wohnung: Südendstr. 29.

1922
Erste Einzelausstellung in der Galerie Moos in Karlsruhe. Mitglied des Künstlerausschusses der 'Dt. Gewerbeschau' in München. Entwürfe für Wein- und Spirituosen-Etiketten, amtliche Drucksachen, Postwertzeichen, Geldgutscheine, Zeitschriftenumschläge (siehe Abb.), Werbedrucksachen für die Großherzogliche Majolika-Manufaktur in Karlsruhe etc. Daneben freie Malerei und Graphik.

1924
Gründet in Karlsruhe zusammen mit seinem Freiburger Jugendfreund, dem Architekten Hans Wingler, die ORNA-Werkstätten für alle Bereiche der Werbekunst, der Reklamearchitektur und der Innendekoration.

1925
Reise nach Helgoland. Teilnahme an der legendären Mannheimer Ausstellung ‘Neue Sachlichkeit' und an der ‘Großen Berliner Kunstausstellung' (auch 1928).

1926
Sein Münchner Lehrer F. H. Ehmcke gibt in der von ihm betreuten Reihe 'Dt. Werbekünstler der Gegenwart in Einzeldarstellungen' einen Band über die gebrauchsgraphischen Arbeiten seines Schülers Wilhelm Schnarrenberger heraus.

1927
Scheidung der Ehe mit Elfriede Strauss. Im Oktober Reise nach Paris. Erste Teilnahme bei der ‘Juryfreien Kunstschau Berlin' (auch 1928). Einladung zur Teilnahme bei der internationalen Schau zeitgenössischer Reklame ‘Graphische Werbekunst' in der Städt. Kunsthalle Mannheim.

1928
Teilnahme an der internationalen Presse-Ausstellung ‘Pressa' in Köln und an der Nürnberger Ausstellung 'Dt. Kunst der Gegenwart'. Gast der ‘Darmstädter Secession'.

1930
Im Oktober Eheschließung mit Melitta Auwärter.

1931
Geburt der Tochter Vera. Gast der ‘Berliner Secession' (auch 1932).

1932
Mit Melitta und Karl und Erika Rössing Reise nach Italien.

1933
Entlassung aus dem Lehramt in Karlsruhe. Im Dezember Umzug nach Berlin, wo Wilhelm Schnarrenberger (bis März 1938) als freier Gebrauchsgraphiker zu arbeiten versucht.

1934
Im April Ausscheiden als Professor aus dem Lehrkörper der Bad. Landeskunstschule in Karlsruhe. Im Sommer Reise an die Ostsee. Von Herbst (bis Sommer 1935) Studiengast der Villa Massimo in Rom.

1937
Im Märkischen Museum in Witten/Ruhr werden Schnarrenbergers Bilder als »entartet« abgehängt. Er sucht deshalb einen Ort für seine ‘innere Emigration'.

1938
Ab April in Lenzkirch im Schwarzwald, wo er zusammen mit seiner Frau eine Pension für Feriengäste betreibt. Das Leben im Haus wird Thema seiner Arbeiten. Erste Stilleben entstehen.

1943
Reise nach Berlin.

1946
Scheidung der Ehe mit Melitta Auwärter. Im Sommer und Herbst erste Nachkriegs-Einezlausstellungen in den Kunstvereinen in Karlsruhe und Stuttgart. Erste Teilnahme an Ausstellungen der Künstlergruppe Nordbaden, Karlsruhe ‘Der Kreis' (bis ca.1954).

1947
Ernennung zum Professor an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe; ab Oktober Leiter der Malklasse. Mitglied der ‘Badischen Secession' und Teilnahme an deren Ausstellungen (bis 1951).

1948
Umzug nach Karlsruhe.

1950
Eheschließung mit Michaela Aust, geb. Bonheim.

1952
Erste Teilnahme an der Kunstausstellung Baden-Württembergs ‘Bildende Hände' (auch 1953 und 1955).

1955
Erste Teilnahme an den Ausstellungen des ‘Künstlerbunds Baden-Württemberg' (bis 1965).

1956
Reise nach Venedig.

1957
Emeritierung. Reise nach Paris.

1958
Berufung in den ‘Rat der Zehn' des ‘Künstlerbunds Baden-Württemberg'.

1959
Reisen nach Venedig und Paris.

1960
Mitglied des Freundeskreises bildender Künstler ‘Palette' e.V.

1962
Hans Thoma-Staatspreis.

1965
Ehrengast der Villa Massimo in Rom; kann jedoch aus Gesundheitsgründen diesen Ehrenpreis nicht mehr in Rom annehmen.

1966
Am 17. April stirbt Wilhelm Schnarrenberger nach langer Krankheit in Karlsruhe.